Die andere Seite der Stadt







Gewalt, Drogen, Armut, Ausländer, asoziale Sprüche, fertige Leute.


Das sind die ersten Schlagwörter, die in die Runde geworfen werden, wenn es darum geht, das Leben der Menschen auf der anderen Seite der Stadt zu definieren.


Wo ist überhaupt die andere Seite?


Warum ist das Leben auf der anderen Seite der Stadt so anders?

Im Münchner Norden leben die Menschen, die nicht so recht in das Bild der Weltstadt mit Herz passen.


Es fällt auf, dass es hier keine schicken Cafés und Boutiquen oder

kulturellen Einrichtungen gibt. Dafür reihen sich die Wohnblocks aneinander und hier und da einige kleine Geschäfte.


Eben dort, genauer im Harthof, neben Siedlungen aus der Nachkriegszeit,

steht das Jugendtreff, eine Einrichtung der Stadt München.

Hierher kommen die Jugendlichen aus der Umgebung und verbringen ihre Freizeit. Es herrscht ein lauter und rauer Umgangston untereinander und dieser erreicht Spitzenwerte wenn z.B. Fangen um die Tischtennisplatte gespielt wird. Beim gemeinsamen Kochen, geht es hingegen sehr ruhig zu.


Irgendwie bewahrheiten sich die anfänglich beschriebenen Klischees über die Jugendlichen nicht. Wie, also keine Zombies, keine jugendlichen Schläger? Wo ist dann das Problem?


Fakt ist, alle könnten viel besser sein in der Schule, dass meinen die Betreuer, aber es mangelt am nötigen Druck und der Unterstützung von Seiten der Eltern. Vielleicht müssen sie einfach mehr an sich glauben und sich selber motivieren, um zu erkennen, dass es möglich ist eine höhere schulische Laufbahn einzuschlagen. Sicherlich fehlt aber auch das Geld für intensive private Nachhilfe.


Alle Jugendlichen machen auf mich einen sehr aufgeweckten Eindruck.          

Die Jugendlichen sind zuvorkommend, höflich und hilfsbereit.

Ich denke es kommt auf die Sichtweise an, mit dem man das ganze Geschehen betrachtet.


Das Leben ist anders hier, aber eine umso wichtigere Rolle spielen Toleranz und Respekt. Der Abbau von Vorurteilen muss jedoch in den Köpfen aller Bürger dieser Stadt geschehen und mit gegenseitigem Austausch verbunden sein, sonst wird die Kluft

- zwischen Arm und Reich - immer größer werden.






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